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Die vollständige Karte der nichtchristlichen Zeugen

Neun Quellen, feindlich, neutral und stoisch, die alle eine Grundgestalt bestätigen.

Die üblichen nichtchristlichen Quellen für Jesus sind bekannt. Tacitus (Annalen 15,44, ca. 116 n. Chr.): die Hinrichtung von Christus unter Pilatus. Josephus (Antiquitates 18,3,3, das Testimonium Flavianum, teilweise interpoliert, mit anerkanntem authentischem Kern; und 20,9,1, vollständig authentisch, der „den Bruder Jesu, des sogenannten Christus, mit Namen Jakobus“ nennt). Plinius der Jüngere (Briefe 10,96, ca. 112 n. Chr.): Christen verehren in Bithynien Christus als einen Gott. Sueton (ca. 120 n. Chr.): „Chrestus“ verursacht Unruhen in Rom unter Claudius (49 n. Chr.). Babylonischer Talmud (Sanhedrin 43a): Yeshu am Vorabend des Pessach gehängt.

Weniger oft zitiert, doch historisch bedeutsam: Mara bar Serapion, ein stoischer Philosoph, der irgendwann zwischen 73 und 200 n. Chr. an seinen Sohn schrieb, verweist auf die ungerechte Hinrichtung dreier Gestalten: Sokrates, Pythagoras und „der weise König“ der Juden. Der Brief ist in einer syrischen Handschrift des sechsten oder siebten Jahrhunderts (BL Add. 14658) überliefert. Er ist nichtchristlich. Er bestätigt nicht Jesu Ansprüche. Er bestätigt schlicht die historische Tatsache: ein weiser Lehrer-König der Juden wurde im lebendigen Gedächtnis des Verfassers hingerichtet.

Lukian von Samosata (ca. 165 n. Chr.) verspottet in Der Tod des Peregrinus die Christen für ihr Festhalten an „dem Mann, der in Palästina gekreuzigt wurde, weil er diese neue Religion einführte“. Feindlich, aber der historische Kern bleibt erhalten.

Celsus (ca. 178 n. Chr.), bei Origenes in Contra Celsum überliefert, ist detailliert und feindlich. Celsus akzeptiert, dass Jesus existierte, Wunder tat (die er der Zauberei zuschreibt) und gekreuzigt wurde. Seine Feindseligkeit macht seine Bezeugung wertvoll.

Neun Quellen, feindlich, neutral und stoisch, bestätigen die Grundgestalt: Existenz, Lehre, Kreuzigung unter Pilatus, fortbestehende Anhänger, die ihn binnen Jahrzehnten als göttlich verehren. Die These „Jesus ist Fiktion“ muss jede einzelne dieser Quellen verwerfen, was Mythiker versuchen und der Mainstream ablehnt.

Weiterlesen

  • Robert Van Voorst, Jesus Outside the New Testament, 2000.
  • F. F. Bruce, Jesus and Christian Origins Outside the New Testament, 1974.
  • Craig Evans, Jesus and His Contemporaries, 1995.

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